Fallbeispiel Pflegemanagement

Der 21-jährige Lars M. zog sich bei einem Unfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Die Situation am Unfallort war sehr kritisch und Herr M. musste noch an der Unfallstelle reanimiert werden. Nach acht Monaten Klinikaufenthalt stand die Entlassung an. Zu diesem Zeitpunkt war Lars M. nach wie vor im Wachkoma und rund um die Uhr auf Betreuung und pflegerische Hilfe angewiesen. Vor dem Unfall lebte Herr M. mit seiner 8-jährigen Schwester im Haus seiner alleinerziehenden und berufstätigen Mutter. Wie die weitere Pflege aussehen sollte, war unklar, so dass rehacare um Unterstützung gebeten wurde.

Im persönlichen Gespräch mit der Mutter entwickelte rehacare verschiedene Versorgungsmodelle, die von einer vollstationären über eine Kombination bis hin zu einer ambulanten Versorgung reichten. Da Frau M. sich vorgenommen hatte, ihren Sohn auf jeden Fall nach Hause zu nehmen, erschien letztlich nach Abwägen der Gesamtsituation eine Kombinationslösung für die pflegerische Versorgung am sinnvollsten: Schließlich sollte die Mutter weiter ihren Beruf ausüben können, und auch die Bedürfnisse der kleinen Schwester sollten nicht zu kurz kommen.

Es wurde daher gemeinsam ein ortsnahes Pflegeheim ausgewählt, in dem Herr M. an drei bis vier Tagen in der Woche gepflegt wird. Die restlichen Tage sowie während des Urlaubs der Mutter verbringt Lars M. zu Hause. Hierfür wurde das Wohnhaus der Mutter durch den Bereich "rehacare Technikmanagement" behinderten- und pflegegerecht umgebaut. Da auch Frau M. zwischendurch einmal das Haus verlassen muss, wenn ihr Sohn da ist, mussten weitere Hilfen geschaffen werden. So organisierte rehacare einen örtlichen Pflegedienst, der dreimal am Tag die Grund- und Behandlungspflege übernimmt. Darüber hinaus stellte die Mutter von Herrn M. weitere Betreuungskräfte an, die ihren Sohn betreuen und beaufsichtigen, wenn sie selbst nicht zu Hause ist.

Zu guter Letzt war noch zu klären, wie Lars M. vom Heim nach Hause und umgekehrt transportiert werden soll. Auch dieses Problem ließ sich lösen, nachdem rehacare bei der Anschaffung eines behindertengerechten Autos mit Rat und Tat zur Seite gestanden hatte. Frau M. kann ihren Sohn nun selbst transportieren. 

Alle Beteiligten sind mit dieser Lösung zufrieden: Lars M. ist in sein Zuhause eingebunden und kann am Familienleben teilnehmen. Aber auch im Heim können ihn Angehörige und Freunde besuchen, denn das liegt ja ganz in der Nähe. Die externen Therapien - wie Krankengymnastik und Ergotherapie - können ebenfalls immer die gleichen Therapeuten durchführen, im Heim wie zu Hause. Und für die Familienangehörigen bleibt neben der Pflege noch genügend Freiraum, um ihren eigenen Bedürfnissen und Interessen nachzugehen: Die Doppelbelastung der Mutter verringert sich deutlich, und der kleinen Schwester bleibt genügend Raum für die eigene Entwicklung. Und wenn wirklich einmal alle Stricke reissen sollten, bleibt die beruhigende Gewissheit, dass die stationäre Unterbringung als Notfalllösung jederzeit möglich ist.