1. Fallbeispiel Technikmanagement:

Barrierefreie Wohnungsumgestaltung

Die kleine Annika B. kam aufgrund eines Sauerstoffmangels während der Geburt schwerstbehindert zur Welt. Mittlerweile ist sie sieben Jahre alt, und wegen ihrer spastischen Lähmung aller Extremitäten auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen.

Annikas Eltern war schnell bewusst, dass eine Umgestaltung des bisherigen Wohnumfeldes unvermeidlich war, um ihre Tochter zu Hause betreuen zu können. So beauftragten sie einen ortsansässigen Architekten mit der Planung für den Neubau eines rollstuhlgerechten Einfamilienhauses.
Bereits nach Vorlage der ersten Planungsunterlagen kamen den Eltern jedoch ernste Bedenken: Der Architekt sah eine enge Treppenanlage vor, die mit einem Treppenplattformlift ausgestattet werden sollte, um Annika vom Erdgeschoss in das Obergeschoss transportieren zu können. Ob das funktionieren würde?

Die Eltern wandten sich mit der Bitte um Unterstützung durch einen Fachmann für behindertengerechtes Bauen an die eintrittspflichtige Haftpflichtversicherung. Diese beauftragte daraufhin rehacare.
Im Rahmen eines Beratungsgesprächs vor Ort zwischen der Bauherrenfamilie, dem Architekten der rehacare und dem Architekten der Familie B. wurden die vorliegenden Planungsunterlagen besprochen. Dabei stellte sich heraus, dass die geplante Treppenanlage zu eng und der Treppenplattformlift tatsächlich zu klein war: Der Architekt hatte bei der Planung die Maße des Rollstuhles nicht berücksichtigt. Die vorgesehenen Maße für den Treppenlift (680 mm x 840 mm) waren lediglich für die Dimensionen eines kleinen Kinderrollstuhls ausreichend, nicht aber für den ausladenden Pflegerollstuhl, den Annika benötigt - ganz zu schweigen davon, dass Annika ja noch wächst und deshalb in den kommenden Jahren einen noch größeren Pflegerollstuhl brauchen wird.

Der Architekt der rehacare überarbeitete daraufhin die vorhandenen Planungsunterlagen: Der neue Plan sah nun den Einbau einer Raumspartreppe vor, der dadurch gewonnene Raum erlaubte die Installation eines Senkrechtaufzuges mit angemessener Plattformgröße. So wurde eine langfristig optimale bauliche und technische Lösung für Annika geschaffen und der Familie B. viel Ärger erspart.

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