2. Fallbeispiel Technikmanagement:
Behindertengerechte Kfz-Anpassung
Für den 19-jährigen Anton K. hat ein Unfall alles verändert. Sein Rückenmark wurde so schwer verletzt, dass er für immer querschnittgelähmt bleiben wird. Besonders schlimm für den jungen Rollstuhlfahrer: Er darf aufgrund der Schwere der Behinderung nicht selbst Auto fahren, sondern muss im Rollstuhl sitzend von einem Behindertenfahrdienst transportiert werden.
Um wenigstens etwas mobiler und unabhängiger zu werden, plante Herr K. die Anschaffung eines Behindertenfahrzeuges, das durch ein Familienmitglied gefahren werden soll. Zunächst wandte sich der junge Mann an eine Fachwerkstatt für behindertengerechte Fahrzeuge. Diese schlug ihm ein kostspieliges Fahrzeug der Van-Kategorie mit folgender Umrüstung vor:
· aufwändige Tieferlegung des Fahrzeuginnenbodens, Karosseriearbeiten
· Rampe an der seitlichen Schiebetüre, Rollstuhlverankerung und
· Rollstuhlrückhaltesystem
Diesen Vorschlag gab Anton K. an die eintrittspflichtige Kfz-Haftpflichtversicherung weiter, die daraufhin rehacare beauftragte, Herrn K. nochmals zu beraten. Im Rahmen der Beratung wurden die Rollstuhlmaße gemessen und die individuellen Anforderungen an das zukünftige Fahrzeug gemeinsam mit Herrn K. erörtert. Dabei stellte sich heraus, dass das angebotene Fahrzeug Herrn K.'s Bedürfnissen nicht gerecht würde: Trotz technisch aufwändiger Umbaumaßnahmen würde das Van-Fahrzeug keine ausreichenden Innenraummaße für den Rollstuhlfahrer bieten - unweigerlich hätte sich Anton K. aufgrund der zu niedrigen Innenraumhöhe während der Fahrt am Dach des Fahrzeuges gestoßen.
Nach Besprechung der Situation mit einer von uns geprüften Fachwerkstätte schlug rehacare ein Hochdachfahrzeug vor, für das im Vergleich zu dem ursprünglich vorgesehenen Van-Fahrzeug deutlich weniger Umrüstungsmaßnahmen notwendig sind.
Hier reichen:
· Rollstuhlrampe (Fahrzeugheck)
· Rollstuhlverankerung und Rollstuhlrückhaltesystem.
Zudem bietet dieses Fahrzeug nicht nur eine sichere Innenraumhöhe, sondern erleichtert durch die im Heckbereich angebrachte Rampe auch den Zugang. Für Anton K. konnte so mit geringerem technischen Aufwand eine sichere und bequeme Transportmöglichkeit geschaffen werden.

